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Alt 08.03.06, 19:29   #101
aswang
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Lunatic Invasion - Totentanz

LUNATIC INVASION – Totentanz






Medien: CD
Laufzeit: 44:39 Min.
Release: 1995
Label: Invasion Records
Genre: Death Metal
Bandmembers: Ramlow – Vocals & Keyboards, Wulfert – Guitars & Keyboards, Hellbach – Bass, Majewski – Drums.



So meine Lieben, heute gibt es mal eine deutsche Band über die im Internet so gut wie nichts zu finden ist. Deshalb muss ich hier auch auf die allseits beliebten Bandfotos verzichten. Bei der CD Selbst fehlten leider die Bandfotos ebenso. Lunatic Invasion war jedenfalls die Band von Maja der eigentlich mehr als Chef des aufstrebenden Label Invasion Records bekannt war. Das Deutsche Label aus König Wusterhausen konnte vor über zehn Jahren mit vielen Death und Black Metal Bands aus Deutschland und Skandinavien begeistern. Zu den bekanntesten zählten sicher Godgory, Defleshed, Vargavinter, Infestdead oder Fleshcrawl. Das erste mal hörte ich von Lunatic Invasion in einem Ablaze Interview dass der Band oder besser gesagt Maja eine ziemlich langes Interview gewährte in dem dieser ganz schön große Töne spuckte. Also legte ich mir die Scheibe zu und war ganz weg als ich sie das erste mal hörte. Lunatic Invasion brauchten sich jedenfalls auf keinen Fall hinter der Skandinavischen Konkurrenz verstecken. Die erste Veröffentlichung der Band gab es schon 1991, und zwar war das eine Split Album mit Agathocles. Und angeblich gab es 1993 das richtige Debüt mit der Scheibe „The Selected Ones“. In welcher Besetzung und wie sich die Scheiben anhörte kann ich leider nicht sagen da ich nicht im Besitz dieser Schätze bin. Falls die beiden Scheiben jemand hat dann kann er sie mir ja mal bei Gelegenheit brennen, denn zum kaufen wird es die ja nicht mehr geben. Doch kommen wir zu der Göttlichen Death Metal Scheibe zurück auf der ganz einfach alles passt. Auch wenn Lunatic Invasion scheinbar mit vielen Sachen experimentiert hatten so blieben die Songs immer ganz hart und waren zu jeder Zeit Death Metal. Auch die beiden Stücke mit den deutschen Texten sind überaus gelungen. Vor allem „Haut“ wird Splatterfans begeistern können. Ich kann mich sogar noch erinnern als mal Eisregen nach ihrem Debüt von der damaligen Fachpresse als Lunatic Invasion Klone beschimpft wurde. Also, die Zeichen standen für Lunatic Invasion ja mehr als gut. Man hatte ein bärenstarkes Album im Gebäck und Labelsorgen hatte man auch keine da man ja beim durchaus erfolgreichen Hauslabel unter Vertrag stand welches immer stärkerer Bands unter Vertrag nahm. Doch leider kam alles anders, 1999 verschwand Lunatic Invasion und Invasion Records Boss Maja plötzlich über Nacht. Vermutlich ist er wegen finanzieller Probleme abgehauen und bis zum heutigen Tag verschwunden, glaub ich jedenfalls. Die Bands mussten sich also um andere Verträge umsehen, was den meisten keine große Probleme bereitete. Lunatic Invasion waren dagegen Geschichte. Interessant wäre auf alle Fälle gewesen wie sich die Band weiter entwickelt hätte. So kann man aber wenigstens von einem wirklich genialen Death Metal Teil sprechen welches seinesgleichen sucht. Zu kaufen dürfte es die CD allerdings nicht mehr geben.




Die Songs im einzelnen:

1. TOTENTANZ
Die CD startet mit einem Mörder Intro welches auch aus einem Horrorfilm stammen könnte. Immer wieder wird das Wort Totentanz wiederholt bis dann der erste richtige Song beginnt.
10/10

2. HAUT
„KOMM ZU MIR, KNIE VOR MIR. BET MICH AN, UNTERTAN. SCHMERZ IST ALL DER LOHN, DEN DU DIR VERDIENST. SIEH MICH AN, UNTERTAN. BEUG DEIN HAUPT IN DEN STAUB. ICH SCHENK DIE DEN TOD. SO DU IHN VERDIENST.“ Mit diesem Text beginnt dann der erste richtige Track. Und Haut ist ein wahrer Überkracher. Mit Sicherheit einer der besten Death Metal Songs die ich überhaupt kenne. Mit wütenden Geknüpple und zweistimmigen Gegrunze brennt sich dieser Hit sofort ins Gehirn. Im Mittelteil kommt dann überraschender Weise viel Melodie in den Song und im Hintergrund kann man sogar einen Chor wahrnehmen. Ihr wollt doch sicher auch wissen wie der Song textlich endet, also Bitte: „GEFETTET UND GEBEIZT DEIN BALG. SO IST ER SCHÖN GESCHMEIDIG. ICH SCHNEID MIR ZU DARAUS EIN KLEID. WUNDERSCHÖN UND SEIDIG. ICH SCHLÜPF HINEIN UND KNÜPF ES ZU. ICH BIN GANZ ENTZÜCKT. DIESER MOMENT IST EIN GEFÜHL ALLERGRÖSSTEN GLÜCK.
10/10

3. DEADS PARADISE
Mit viel weniger Tempo beginnt Song Nummer 3 der jetzt komplett in Englisch ist und am Anfang sogar Klassik und Gothic Elemente hat. Unverändert dagegen die tollen Death Metal Vocals. Langsam aber sicher wird aber auch dieser Song immer schneller und nach gut 2 Minuten gibt es wieder eine zünftige Knüppelorgie die einem die Kinnlade runter klappen lässt.
10/10

4. STURM
Nach diesen beiden Death Metal Krachern braucht man wirklich Zeit zum entspannen. Und Lunatic Invasion gönnen uns sogar diese Zeit. Sturm ist in Wahrheit nur das Intro zum nächsten Song. Man hört hier nur Schlachtgeräusche und Raben krächzen.
10/10

5. ASCHE ZU ASCHE
„DIE SONNE ROT SINKT ÜBERM FELD. DER SCHLACHTENLÄRM VERHALLT. DER WIND ER SINGT EIN TOTENLIED. ER PREISET DEN, DEN NIEMAN SIEHT. EIN MÜDER HAUFEN, DER ÜBRIG BLIEB. VOM WILDEN KREIGERHEER. DAHIN IST STOLZ, DAHIN IST MUT. DIE ERDE TRINKT IHR HEISSES BLUT.“ Oh Mann, welch ein Song. Waren die ersten beiden Stücke vom feinsten so ist dieser hier sogar noch besser. Zwar ist Asche zu Asche nicht so schnell wie die anderen beiden Songs dafür gibt es aber einen wunderbaren Chorus mit Frauenchorgesang, mit dabei natürlich das tödliche Death Metal Organ von Ramlow. „RABEN KREISEN ÜBERM FELD. ZEUGEN DESSEN WAS GESCHAH. DER EISIGE WIND DIE TOTEN ZÄHLT. SPIELT MIT DEN FANEN – STREICHT DURCHS HAAR. MUTTER ERDE WEBT IHR LEICHENTUCH. AUS LEBEN, TRÄNEN, BLUT. UND NUR DER RABENLIED ERZÄHLT. VOM TOD, DER DURCH DIE REIHEN SCHRITT“.
10/10

6. FALLEN ANGEL
Fallen Angel beginnt dann komplett langsam und mit Chören und Frauengesang. Doch mit der gemächlichen Ruhe ist es schnell vorbei. Der Song entwickelt sich nämlich rasch zu einem grandiosen Death Metal Stampfer. Im Mittelteil gibt es aber noch einmal einen Stilwechsel, der Song wird nämlich wieder langsam und der Frauengesang setzt wieder ein bevor es mit total verzehrter Stimme und Höchstgeschwindigkeit weitergeht. Schon wieder ein absoluter Übersong.
10/10

8. GATHERING OF BONES
Hier handelt es sich wieder nur um ein Intro für den nächsten Song und kann als Entspannung genutzt werden.
8/10

9. DANCE MACABRE
Dance Macabre ist bestimmt einer der schnellsten Songs auf den ganzen Album. Zwar kommt er nicht ganz an die ersten Songs heran, Für einen tollen Death Metal Song reicht das Ganze aber noch alle mal.
9/10

10. PROZZESION
Jetzt nehmen sich Lunatic Invasion Zeit für ein cooles Mittelalter Instrumental. Klingt seht gut.
10/10

11. THE HAUNTED PALACE
Eigentlich dachte ich mir dass ja irgendwann mal bei diesem Album die Luft raus sein muss, und jetzt wäre eigentlich der richtige Zeitpunkt dafür. Doch da lag ich natürlich falsch, The Haunted Palace ist zwar der langsamste Song auf der Scheibe, doch die vielen Mittelalter Einflüsse machen auch diesen Song zu einem absoluten Erlebnis.
10/10

12. DARK PRAYERS
Beim Ende des vorherigen Song konnte man glatt die Augen schließen und ein wenig träumen. Doch mit diesem Song zerplatzt der Traum wie die berühmte Seifenblase. Lunatic Invasion steigen hier nämlich gleich zu Beginn voll aufs Gaspedal. So ist Dark Prayers ein wüster Death Metal Bastard, vielleicht nicht ganz so spektakulär wie einige anderen Songs auf der Scheibe, obwohl sich beim Chorus wieder alles ändert und dieses mal sogar cleane Vocals benutzt werden.
9/10

13. BLUT GOTT
Der Abschluss Song beginnt mit einem düsterem Horror Intro bevor es mit dem ungewöhnlichsten Song der Scheibe los geht. Blut Gott ist ganz langsam, der Text wird praktisch in einem verzehrten Death Metal Sprechgesang vorgetragen. Das muss man einfach mal gehört haben. Gegen dem Ende gibt es dann sogar wieder einen Chor der in Latein predigt.
9/10


FAZIT:Selten zuvor habe ich ein so abwechslungsreiches Death Metal Album gehört wie das von Lunatic Invasion. Angeblich gibt es von der Band ja sogar noch mehr älteres Material auf CD bzw. Vinyl. Jammerschade dass sich die Band nach dem mysteriösen Verschwinden von Drummer und Labelboss Maja ebenso in Luft aufgelöst hatte. Hier wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit für die Zukunft noch mehr drinnen gewesen. Obwohl dieser Kracher hier natürlich nur schwer zu knacken gewesen wäre. Vermutlich wird die Scheibe nur mehr sehr schwer zu erhalten sein, da kann nur mehr bei Ebay und Konsorten nachgesehen werden. Death, aber auch Black Metal Fans sollten auf alle Fälle zuschlagen wenn sie die CD mal wo sehen. Hier kann man als Fan echt nicht viel falsch machen.


Gesamtnote:Hier kann es ebenfalls nur die Höchstnote geben:
10/10
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Alt 09.03.06, 11:36   #102
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Falls jemand das Cover der CD oder gar Bandfotos im Netz findet dann bitte posten.
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Alt 09.03.06, 11:37   #103
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Bitte schön

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Alt 09.03.06, 11:39   #104
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Bitte schön

Haha, das habe ich auch gefunden. Nur ist es nicht möglich von metal-archives zu verlinken.
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Alt 09.03.06, 11:40   #105
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Tja, ich bin halt gut, haha!!!!!!!
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Alt 09.03.06, 11:43   #106
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Zitat:
Zitat von rapanzel
Tja, ich bin halt gut, haha!!!!!!!
Ich sehe jedenfalls kein Cover.
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Alt 09.03.06, 11:44   #107
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wie du siehst kein cover Bei mir erscheint das ohne Probleme, seltsam.......
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Alt 09.03.06, 12:08   #108
aswang
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Zitat:
Zitat von rapanzel
wie du siehst kein cover Bei mir erscheint das ohne Probleme, seltsam.......
Ich sehe nur Metal Archives com owns you.
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Alt 09.03.06, 12:20   #109
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Alt 09.03.06, 12:40   #110
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Alt 09.03.06, 13:11   #111
aswang
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Zitat:
Zitat von Fear
ehhe, der duffster macht das

Yep, vielen Dank Duff!
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Alt 09.03.06, 16:28   #112
Dj LU
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Sehr geile Scheibe, die ich mir jetzt gerne spontan wieder anhören würde, allerdings lagert sie im Escape in einem meiner CD-Koffer.....
Trotz aller Güteklasse kann ich mich jedoch an den sehr dürftigen, seeehr leisen Sound der CD erinnern, der das Hörerlebnis doch geschmälert hat.
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Alt 09.03.06, 18:38   #113
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Sehr geile Scheibe, die ich mir jetzt gerne spontan wieder anhören würde, allerdings lagert sie im Escape in einem meiner CD-Koffer.....
Dann heißts langes Suchen lieber LU!
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Alt 10.03.06, 00:06   #114
aswang
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Zitat:
Zitat von Dj LU
Trotz aller Güteklasse kann ich mich jedoch an den sehr dürftigen, seeehr leisen Sound der CD erinnern, der das Hörerlebnis doch geschmälert hat.

Das kann ich nicht bestätigen.
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Alt 10.03.06, 08:43   #115
Lord Elk
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hihi, sachen gibts!
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ich denke der lu hats im escape zuletzt gehört da würde das mit dem leisen sound definitf zutreffen
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Alt 10.03.06, 17:40   #117
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Ja, ich hab sie aufgelegt und eben nahezu nix gehört, viel weniger als sonst üblich, und zum Regeln war da auch nichts möglich...
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Alt 12.03.06, 13:48   #118
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Alt 23.03.06, 22:39   #119
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DEATH - Scream Bloody Gore

DEATH – Scream Bloody Gore







Medien: LP, CD
Release: 1987
Label: Combat Records
Genre: Death Metal
Bandmembers: Chuck Schuldiner – Vocals/Guitar/Bass, Chris Reifert – Drums.








Chuck Schuldiner, 13.5.67 - 13.12.01





Ich glaube jetzt ist es an der Zeit hier in diesem Thread mit meiner absoluten Lieblingsband aufzufahren. Alle die mich kennen wissen ohnehin dass es sich bei meiner liebsten Band um die ewige Legende Death handelt. Da hier mit Sicherheit noch andere Scheiben von Death besprochen werden werde ich gar nicht so viel über die Band schreiben. Fakt ist jedenfalls dass ohne Death die gesamte Death Metal Szene so wie wir sie heute kennen nicht existieren würde. Gemeinsam mit Possessed setzen sie damals ein Zeichen welches sich gewaschen hat und die Scheiben von Death dürfen in keiner Death Metal Sammlung fehlen. Natürlich war Death immer die Band von Chuck Schuldiner, er hatte ganz alleine das Sagen und tauschte sehr oft die Bandmembers beliebig aus. Zum Glück kam ich mit Death schon relativ früh Berührung. Irgendein Typ gab mir mal auf der Arbeit ein Tape wo sich Demos von Death, Possessed und Slaughter befanden. Und schon nach den ersten Takten von Death und dem unglaublichen Grunzgesang von Chuck Schuldiner war es um mich geschehen. Dank eines Katalog konnte ich mir schon bald nach der Veröffentlichung den Death Metal Meilenstein „Scream Bloody Gore“ besorgen. Death spielten genau die Musik von der ich immer geträumt habe. Hier passte einfach alles, vor allem die Chucks Stimme war genial und zur damaligen Zeit einzigartig. Textlich setzte man damals noch auf simple Gore Storys, natürlich gefiel auch dieser Umstand einen Teenager namens aswang sehr gut. Ich kann mich noch gut erinnern wie ich damals mit meinen einzigen Gleichgesinnten stundenlang in dessen Kinderzimmer gesessen bin und uns von „Scream Bloody Gore“ beschallen ließen. Alle anderen Typen denen ich damals die Schiebe vorspielte verzogen angewidert das Gesicht und dachten ich wäre jetzt völlig bescheuert. War natürlich auch irgendwie eine schwierige Zeit von anderen Death Metal Fans völlig isoliert zu leben. Aber die Zeiten änderten sich zum Glück geschwind zum positiven und nach einiger Zeit kannte ich genug andere Death Metal Freaks. Vor dieser Zeit stießen ich und mein Kumpel allerdings auf wenig Gegenliebe wenn wir auf Partys in besoffenen Zustand Zombie Ritual oder Evil Dead anstimmten. Besonders gehasst wurden wir wenn wir ab und zu sogar ein Tape mitbrachten und wir beim DJ um einen Song gebeten hatten. Dass das damals alles Popper Partys waren versteht sich natürlich von selbst. Und spätestens nach dem Einsetzen von Chucks Stimme wurde das Tape wieder aus der Anlage genommen. Ja, so tolerant war man damals, leider endetet das Ganze öfters mit einer zünftigen Schlägerei da wir uns nicht aufs Bein pinkeln lassen wollten. Wie bereits gesagt, war damals keine leichte Zeit, schon alleine wegen unseres Aussehen (Kutte, Nieten, Patronengurt) bekamen wir öfters Probleme, wurden in vielen Lokalen nicht reingelassen oder blöd angepöbelt. Doch am wichtigsten war immer eines, METAL! Und zu wehren wussten wir uns schon. So, jetzt aber zurück zu Chuck Schuldiner und seiner Göttercombo Death.
Schon 1983 gründete der damals 16jährige Venom Fan Chuck Schuldiner gemeinsam mit Rick Rozz und Kam Lee seine Band. Allerdings nannte man sich zu dieser Zeit noch Mantas. Doch nur ein Jahr später nannte man sich Death und spielte die ersten legendären Demos ein. Da man keinen geeigneten Bassisten finden konnte spielte Chuck neben der Gitarre auch diesen selbst ein. Irgendwie kam man aber nicht richtig aus den Startlöchern da der Sound der Jungs doch ein wenig zu hart für diese Zeit war. Unglaubliches Detail am Rande, Florida schien zu dieser Zeit jeden falls alles andere als ein geeigneter Platz für Death Metal gewesen zu sein. Einziger Lichtblick waren jedenfalls ein paar Live Gigs mit Nasty Savage. 1985 wurde man endlich bei einem Bassisten fündig, Scott Carlson (später bei Repulsion) bewarb sich bei Chuck und bekam prompt den verwaisten Posten. Doch schon ende des Jahres sah es wieder trist mit der Band aus. Chuck sah in Florida kein weiterkommen mehr und zog als 18järiger nach San Franzisko. Die restlichen Bandmitglieder gingen allerdings nicht mit und gründeten stattdessen die tollen Massacre. In San Franzisko bestand die Band dann aus Chuck und den ehemaligen DRI Drummer Eric Brecht. Der Erfolg blieb aber ebenso aus und ein Plattendeal lies weiter auf sich warten. Im Underground allerdings war der Name Chuck Schuldiner längst bekannt. Und so bekam der gute Chuck Anfang 1986 einen Anruf aus Kanada. Die Death Metaler „Slaughter“ aus Toronto hatten soeben einen Plattenvertrag eingefahren und standen kurz vor den Aufnahmen ihres Debüt. Dazu wollten sie den Ausnahmegitarristen Schuldiner haben, Chuck überlegte auch nicht lange und flog nach Toronto. Doch da ihm bald klar war dass bei Slaughter seine genialen Ideen nicht gefragt seien war Chuck wieder schneller zu Hause als den Kanadiern lieb war. Und in Kalifornien kam es dann zum ersten treffen welches vermutlich ausschlaggebend für den Werdegang von Death war. Schuldinder lernte den damals noch völlig unbekannten Chris Reifert kennen. Und diese beiden spielten gemeinsam das legendäre Demo „Mutilation“ ein dass in der Szene wie eine Bombe einschlug. Und so kam es dann auch endlich zum Deal mit einer Plattenfirma. Combat Records machten das Rennen und schon im Juli 1986 enterten unsere beiden Helden gemeinsam mit dem Produzenten Randy Burns ein Studio um das Debüt einzuhämmern. Während Reifert sich nur um die Drums kümmern musste spielte alles andere natürlich Chuck selbst ein. Ein gewisser John Hand der auf dem Backcover als zweiter Gitarrist abgebildet ist war auf der Scheibe nie zu hören. Er stieß erst nach den Aufnahmen zur Band und verschwand genauso so schnelle als wie er gekommen war. 1987 wurde „Scream Bloody Gore“ endlich auf die ausgehungerte Death Metal Horde losgelassen und erntete fast überall gute Kritiken. Leider war dieses Jahr auch das Ende von der Zusammenarbeit mit Chris Reifert. Da es Chuck wieder nach Florida zog, Reifert aber unbedingt in San Franzisko bleiben wollte stand Chuck schon wieder alleine da. Wie es mit Death weiter ging könnt ihr dann bei der nächsten Scheibe die hier besprochen wir lesen. Chris Reifert gründete jedenfalls Autopsy wo er außer den Drums auch für den Gesang zuständig war. Auch heute noch ist dieser Chris Reifert ein absolutes Aushängeschild in Sachen Death Metal, Autopsy kennt sowieso jeder Fan, weitere Bands in denen Reifert mitwirkte waren Abscess, The Ravenous, EatMyFuk, und Murder Squad.



Die einzelnen Songs:

1. INFERNAL DEATH
Schon nach den ersten paar Sekunden war klar dass die Scheibe im Gegensatz zu den Demos einen Glasklaren Sound hatte. Der Opener beginnt eigentlich ganz ruhig, doch nach ein paar DIE Schrei beginnt das Inferno, ein (bis auf das Debüt von Possessed) noch nie da gewesenes Death Metal Inferno hat soeben begonnen.
10/10

2. ZOMBIE RITUAL
Song Nummer 2 auf der Scheibe ist vermutlich der beste Song den Chuck Schuldiner je geschrieben hat. Am Anfang hört man hier Gitarren welche man zu dieser Zeit überhaupt noch nicht gehört hat. Der Song baut sich dann in ein immer schnelleres Death Metal Gewitter auf. Als ich Death auf Tour (mit Benediction) das erste mal erleben durfte (das müsste 92 oder 93 gewesen sein) wartete ich bis zum Schluss auf diesen Mega Song. Gemeinsam mit meinen damaligen Kumpel vom Kinderzimmer stand ich mit Tränen in den Augen um diesen Song zu lauschen. Von der ersten Reihe aus gab es sogar einen kurzen Wortwechsel zwischen mir und Chuck. Dieser beobachtete uns nämlich dass wir den ganzen Gig über in der ersten Reihe bangten und dabei alle Songs auswendig mitsangen. Sicher einer der besten Death Metal Songs, wenn nicht sogar der Beste.
10/10

3. DENIAL OF LIFE
Der nächste Song geht dann von Anfang an voll zur Sache, und man muss hier einfach bangen was das Zeug hält. Dazu noch dieses Unmenschliche Organ von Evil Chuck und seiner einzigartigen Gitarrenarbeit welche oft kopiert aber natürlich nie erreicht wurde. Überhaupt klingt das Album obwohl es schon fast 20 Jahre auf dem Buckel noch immer so frisch als sei es erst gestern eingehämmert worden.
10/10

4. SACRIFICAL
Sacrificial klingt wenn ich das Album aus heutiger Sicht betrachte am Anfang wie ein Track vom Nachfolger „Leprosy“. Vermutlich liegt das daran dass der Song zu Beginn etwas langsamer als das andere Material auf der Scheibe ist. Langsam heißt bei Death aber keinesfalls dass der Song nicht Heavy ist. Der Song ist sogar so heavy dass mir hier fast die Boxen bersten. Und im Mittelteil wird das ganze dann sowieso gewohnt schnell.
10/10

5. MUTILATION
Mutilation ist damals schon ein ziemlich alter Song gewesen der mit dem neuen Sound aber noch mehr begeistern konnte. Genial hier ist jedenfalls wieder Chucks Gebrüll und die enorme Geschwindigkeit welche neue Maßstäbe setzte.
10/10

6. REGURGITATED GUTS
Irgendwie konnte ich damals gar nicht fassen was ich da gerade auf der A Seite gehört habe. Mit einem ganz besonderen Glücksgefühl wendete ich die Seite der Vinyl Scheibe um mir die zweite hälfte dieses Meisterwerks anzuhören. Natürlich ging die ganze Scheibe so weiter, ich hatte auch nie irgendwelche Zweifel. Und so kann auch der Opener der B Seite voll überzeugen. Vor allem die Gaitarrenarbeit von Chuck ist hier wieder mal völlig unglaublich.
10/10

7. BAPTIZED IN BLOOD
Wie es sich für einen Song mit diesen Titel gehört beginnt er mit einem Kampfschrei von Evil Chuck. Baptized in Blood ist ein verdammt schneller wenn nicht sogar der schnellste Death Song überhaupt. Und überhaupt ist dieser Song total unterbewertet, denn obwohl es einer der besten Death Songs überhaupt ist bekommt man den so gut wie nie zu hören. Schade dass mir hier ein Text fehlt, leider kann ich nur erahnen um was es hier textlich geht. Verstehen kann man Chucks Gegrunze natürlich nicht.
10/10

8. TORN TO PIECES
Als ich die Scheibe zum ersten mal hörte war es eigentlich ein Wunder dass ich keinen Genickbruch erlegen bin. Dauerbangen war nämlich angesagt, und daran änderte auch dieser Song nichts, ganz im Gegenteil. Auch dieser Song ist total unterbewertet und fehlte auf Metal Partys so gut wie immer. Chuck experimentiert hier sogar etwas mit seiner Stimme und brüllt hier herum als würde Armageddon vor der Türe stehen.
10/10

9. EVIL DEAD
Und nun der zweite ganz große Hit von Scream Bloody Gore. Zu Beginn hören sich die Gitarren an als würden sie von einer Kirchenorgel stammen. Dann geht es allerdings ins eingemachte und spätestens als Chuck Evil Dead brüllt ist es um einen geschehen. Unglaublicher Kracher der gemeinsam mit Zombie Ritual auf keiner Metal Party fehlen darf.
10/10

10. SCREAM BLOODY GORE
Den Titeltrack hat man sich ganz bis zum Schluss aufgehoben. Natürlich Enttäuscht auch dieser zu keiner Sekunde. Chuck brüllt sich wieder die schwarze Seele aus dem Körper und der Song ist rasend schnell.
10/10



Fazit:
Also für mich ist dieses Meisterwerk neben den überragenden Nachfolgern von Death, sowie dem Debüts von Possessed, Morbid Angel und Obituary das Beste überhaupt was es in Sachen Death Metal gibt. Unglaublich was für ein Genie dieser Chuck Schuldiner war, was der auf der Gitarre gemacht hat muss erst mal wer nachmachen. Und dass er der Vorreiter der gesamten Death Metal Welle in Amerika war dürfte ja auch jedem bekannt sein. Natürlich kam das Possessed Debüt, welches auch bald hier besprochen wird, früher raus. Doch war klar das Chuck mit wesentlich mehr Herzblut zur Sache ging. Chuck Schuldiner wurde ja von der Presse nie geliebt und oft als Muttersöhnchen und dergleichen hingestellt. Die Wahrheit ist allerdings dass man ihn nie richtig verstanden hat, ein Schicksal dass der gute Chuck mit vielen anderen Genies teilen musste. Danke Chuck für deine großartigen Scheiben welche mir oft in dunklen Stunden weiter geholfen haben. Und ich bin mir sicher dass wir uns irgendwann mal sehen werden.

Gesamtnote: 10/10

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Alt 23.03.06, 23:34   #120
Eddie81
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Der Chuck hat damals mit seiner musikalischen Feinarbeit definitiv neue Maßstäbe gesetzt!

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"Ich traf einen blassen, emotionslosen Jungen ohne Ansatz eines Gefühls für Leben und Tod, für Gut und Böse. Ein sechsjähriges Kind ohne Gewissen und den schwärzesten Augen... Augen, hinter denen sich das absolut Böse verbarg!"
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Alt 02.04.06, 16:43   #121
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Ach das waren noch Zeiten-Jetzt ist der Gute Würmerfraß und die erben zanken sich um sein Vermächtnis.....
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Alt 02.04.06, 21:37   #122
Duff666
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Schande über mich!!! Außer "Scream bloody gore" kenn ich gar kein Death Album!
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Alt 02.04.06, 21:57   #123
Leichnam
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Beiträge: 7.337
Auch ich verneige mich vor einem sehr fähigen Musiker/Songwriter/Philosophen. Er fing als räudiger Metal Head an, wurde klampfentechnisch und gesangsmäßig immer besser. Zuletzt war es für mich "Kunst-Metal", der jeden etwas neidisch machte, der Metal-Gitarre spielte. Ergo gefielen wohl vielen Fans die ersten Platten besser. Doch alle verstanden es wohl, auch die späteren Materialien zu würdigen & zu schätzen.

Ein Genie der Chuck! Und das ist wirklich nicht nur so dahingesagt, sondern vollkommen ernst gemeint!!

R.I.P.
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Alt 02.04.06, 22:16   #124
Metaldidi
TIROLER-BERGTROLL
 
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Beiträge: 12.477
Unschlagbar auch sein Painkiller Cover....
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Alt 02.04.06, 22:31   #125
Duff666
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Painkiller Cover....
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